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LASIK (Laser In Situ Keratomileusis)
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LASIK ist die derzeit populärste Methode für refraktive Chirurgie, gerade auch im Vergleich zur klassischen Methode PRK (photorefraktive Keratektomie). Das liegt daran, dass LASIK dem Chirurgen weniger Arbeit macht und dem Patienten zwar hohe Risiken aufbürdet, diese aber in die Zeit verlagert, in der der Arzt nicht mehr haftet. Zwei wichtige Fakten: Das einfallende Licht wird vom Auge auf der Hornhautoberfläche gebrochen; und das Auge kann Schmerz nur eben auf dieser Oberfläche empfinden, nicht aber im Inneren. Die klassische PRK-Operation trägt - physisch deutlich sanfter als LASIK - nur das Epithel ab, also eine dünne Gewebeschicht auf der Hornhaut. Dann wird auf der Hornhautoberfläche der Laser-Eingriff durchgeführt, und das Epithel wächst in etwa vier Tagen kreisförmig wieder zu. Schonender kann die Operation nicht durchgeführt werden. Aber subjektiv für den Patienten ist es doppelt schlimm: In den vier Tagen nach der Operation kann er Schmerzen haben, die den Operateur zu einer Vielzahl von Maßnahmen und Rund-um-die-Uhr-Betreuung zwingt. Und: der Patient sieht (in den ersten vier Tagen!) nicht richtig scharf, denn das einfallende Licht wird, weil das Epithel in der optischen Zone erst nachwächst, noch nicht gut gebrochen. LASIK ist aus Aufwand- und Marketinggründen für den Operateur viel sinnvoller. Zwar fetzt ein Mikro-Säbel irreversibel in der optischen Zone durch das Hornhautgewebe und schält eine Hornhaut-Kappe ab, die nie wieder richtig anwächst - aber dort innen empfindet der Patient keinen Schmerz. Und: weil hier das Epithel nicht angetastet wird, sieht der Patient sofort nach der OP scharf. Ein PRK-Patient hat also vier schlechte Tage, aber dann ein Leben lang gute Sicht. Ein LASIK-Patient hat sofort und schmerzfrei scharfe Sicht (wenn es denn klappt), aber lebenslang erhebliche Risiken bis zur Erblindung (Präzedenzfall in einer deutschen Großstadt).

Für eine Lasik-Operation wird zuerst die Hornhautdicke mittels Ultraschall-Pachymeter bestimmt. Ist die Hornhautdicke ausreichend, wird mit einem Mikrokeratom (Hornhauthobel) eine dünne Lamelle (in der Regel 130 - 160 µm, Flap genannt) von der Hornhaut einseitig gelöst. Das geschieht dadurch, dass ein hohler Metall-Ring, der an einen Kompressor angeschlossen ist, mit einer gelochten Seite auf das Auge gelegt wird, so dass sich der Ring nach Einschalten des Kompressors auf dem Auge festsaugt und im Auge einen Überdruck um den Faktor 10 produziert (als würde man einen Reifen auf 20 bar aufpusten). Ob das etwa auf der Netzhaut Schäden verursacht, wurde weltweit noch nie erforscht. Durch diesen Druck quillt die Hornhaut in den Metallring, so dass ein Messer eine Scheibe ("Lamelle", "Flap") absäbeln kann, die dann übrigens nie wieder festwächst, sondern nach der Operation zurückgepappt wird. Weil der Flap abreißen kann, malt der Operateur vor der OP Linien auf das Auge. Reißt der Flap dann ab (und wird etwa von einer OP-Schwester auf Knien mit einer Taschenlampe auf dem OP-Fußboden gesucht), kann der Operateur ihn danach leichter in eine annähernd richtige Position pappen.

Nach dem Flap-Abschneiden wird diese Hornhautlamelle zur Seite geklappt. Auf dem darunterliegenden Gewebe wird dann mittels Laser die Korrektur vorgenommen, indem Hornhautzellen (Kollagenfaser) aufgespalten und abgetragen werden. Nach Ende der Behandlung wird die Hornhautlamelle wieder an den ursprünglichen Platz zurückgeklappt und sorgfältig positioniert. Das Epithel verwächst im äußeren Bereich des Flaps selbständig innerhalb von ein bis zwei Tagen, nicht jedoch die gesamte Schnittfläche. Bei einem Keratokonus kann diese Operationsmethode nicht angewandt werden. Möglich ist eine LASIK von max. -10 bis +4 Dioptrien sowie einer Hornhautdicke von ≥500 µm.

Ein renommierter deutscher Professor und langjähriges Mitglied der Augen-Laser-Kommission des Augenärzte-Berufsverbandes rechnete auf einer internen Augenärzte-Versammlung vor, dass LASIK über -4 Dioptrien gefährlich sei. Nehmen wir eine Hornhaut von 500 µm Dicke. Der Flap ist im Extremfall 200 µm dick. Der Laser trägt pro Dioptrie im Schnitt 10 µm ab. Bei -10 Dioptrien wären das 100 µm. Bliebe in der Hornhautmitte eine Restdicke von 200 µm; doch sie muß mindestens 250 µm dick sein, um dem Augeninnendruck standzuhalten. Risiko: nach einigen Jahren dehnt sich die Hornhaut unter dem Augeninnendruck (Keratektasie), muß herausgeschnitten und durch die Hornhaut eines Toten ersetzt werden. Dieser Profesor erklärt auf seiner Homepage dem allgemeinen Publikum: LASIK sei sicher bis -10 Dioptrien.

Bei einer Langzeitstudie zur LASIK aus Marburg über 6 Jahre war ca. die Hälfte der Patienten innerhalb von ±1 Dioptrien der angestrebten Korrektur. Die durchschnittliche Dioptrie-Zahl stieg von -0,25 Dioptrien nach einem Jahr auf -0,88 Dioptrien nach 6 Jahren an. 75 % der Patienten klagen auch nach fast 7 Jahren über Ghosting und/oder Halos. 72 % stellten eine Verbesserung (oder ein gleiches Niveau) ihres bestkorrigierten Visus fest. Ungefähr ein Drittel der Patienten ist unzufrieden mit dem unkorrigierten Visus. Trotzdem würden 71 % eine solche Operation ihren Freunden empfehlen und es selbst wieder tun. In dieser Studie war ein Laser der ersten Generation verwendet worden.

In einer jüngeren Studie über LASIK über ein Jahr erzielten 78 % der Patienten die angestrebten Korrektur (±0,5 Dioptrien, z.T. mit zwei OPs). Nach 12 Monaten hatten nur noch 5 % Nachtsichtprobleme. Ungefähr 94 % hatten nach diesem Jahr den gleichen oder besseren unkorrigierten Visus.

Ein gewisses Risiko bei einer LASIK stellt der Flap während als auch nach der OP dar. Bei ca. < 1 % aller Patienten von LASIK kommt es zu Komplikationen während der OP. Der Flap hält anschließend über adhesive Kräfte. Die Schnittstelle wird kurz nach der OP wieder vom Epithel überwuchert – es sei denn, das Epithel wächst in den Flapspalt hinein, was eine behandelbare Komplikation darstellt. Das Anheben des Flaps ist selbst noch nach sieben Jahren möglich. Der Flap ist normalerweise äußerst stabil. Sehr selten sind Dislokationen mit nur geringer äußerer Einwirkung (Reiben am Auge, Kontaktlinsen). Häufiger sind Sportverletzungen (z.B. Ball im Auge), Kontakt mit Haustieren oder Autounfälle mit Airbag-Auslösung. Bei korrekter Behandlung durch einen Spezialisten kann im Unglücksfall wieder ein akzeptabler Visus hergestellt werden.
 

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